Dieser verwilderte Garten wurde über 20 Jahre nicht angerührt. Beim Aufräumen machten die Besitzer eine Entdeckung, die ihre gesamten Umbaupläne veränderte

by 04impress
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Als Anna und Markus Weber das kleine Haus am Stadtrand kauften, wussten sie, dass der Garten viel Arbeit machen würde.

Was sie allerdings hinter dem Haus vorfanden, konnte man kaum noch als Garten bezeichnen.

Efeu hatte große Teile des alten Holzzauns verschluckt. Brombeeren wuchsen quer durch das Grundstück. Zwischen hüfthohen Pflanzen lagen abgebrochene Äste, alte Bretter und verrostete Gartengeräte.

Selbst der Weg zum kleinen Gartenhaus war kaum noch zu erkennen.

Nach Aussage des Vorbesitzers war der hintere Teil des Grundstücks seit mehr als 20 Jahren praktisch nicht mehr gepflegt worden.

Anna und Markus hatten deshalb einen einfachen Plan: alles entfernen, den Boden begradigen und anschließend eine große Terrasse mit Rasenfläche anlegen.

Doch schon am zweiten Wochenende der Aufräumarbeiten stieß Markus mit seiner Schaufel auf etwas Hartes.

Zunächst hielt er es für einen gewöhnlichen Stein.

Dann entfernte er die Erde daneben.

Und plötzlich war klar, dass dort etwas Größeres verborgen lag.

Unter dem Efeu verlief eine Mauer

Markus rief Anna herüber.

Gemeinsam entfernten sie Wurzeln und feuchte Erde. Nach wenigen Minuten kam eine Reihe alter Steine zum Vorschein.

Die Steine lagen viel zu regelmäßig, um zufällig dort gelandet zu sein.

Sie bildeten eine Rundung.

Das Paar begann vorsichtiger weiterzuarbeiten.

Je mehr Pflanzen sie entfernten, desto länger wurde die Mauer.

„Ich dachte zuerst, wir hätten ein altes Fundament gefunden“, erinnerte sich Markus später.

Doch die Form passte nicht zu einem Gebäude.

Am folgenden Tag setzten sie die Arbeit fort. Diesmal entfernten sie gezielt das dichte Gestrüpp rund um die Steine.

Unter einer dicken Schicht aus Wurzeln und Erde tauchte schließlich eine zweite Begrenzung auf.

Dann fanden sie eine Stufe.

Und daneben noch eine.

Spätestens jetzt war klar:

Unter dem verwilderten Garten befand sich eine alte Anlage, von der ihnen beim Kauf niemand erzählt hatte.

Der ursprüngliche Umbauplan wurde erst einmal gestoppt

Eigentlich sollte wenige Tage später ein kleiner Bagger kommen.

Er sollte den hinteren Gartenbereich räumen und anschließend große Teile des Bodens nivellieren.

Anna sagte den Termin ab.

Bevor dort eine Maschine arbeitete, wollten beide wissen, was sie gefunden hatten.

Also gruben sie weiter – allerdings größtenteils von Hand.

Nach und nach wurde eine ovale Steinbegrenzung sichtbar.

Im Inneren befanden sich Schlamm, Wurzeln und eine dicke Schicht organischen Materials.

An einer Seite führte eine kleine steinerne Stufe nach unten.

Am hinteren Ende entdeckten sie schließlich mehrere übereinanderliegende Natursteine.

Es sah fast wie ein kleiner Wasserfall aus.

Markus begann zu vermuten, was dort einmal gewesen sein musste.

Ein Gartenteich.

Aber kein einfacher Kunststoffteich aus dem Baumarkt.

Jemand hatte hier offenbar vor Jahrzehnten eine komplette kleine Wasseranlage aus Naturstein gebaut.

Die entscheidende Entdeckung lag unter den Wurzeln

Die beiden entfernten weitere Pflanzen.

Dann kam unter einer besonders dichten Wurzelschicht ein altes Rohr zum Vorschein.

Es verlief durch die Steinwand in Richtung des kleinen Wasserfalls.

Damit war die Vermutung praktisch bestätigt.

Die Anlage war ursprünglich als Teich mit kleinem Wasserkreislauf gebaut worden.

Niemand konnte genau sagen, wann.

Nach Gesprächen mit älteren Nachbarn ergab sich jedoch langsam ein Bild.

Eine Nachbarin erinnerte sich daran, dass ein früherer Eigentümer des Hauses viel Zeit im Garten verbracht hatte.

Sie konnte sich sogar an Wasser erinnern.

„Als wir hierherzogen, war dort hinten ein wunderschöner kleiner Teich“, erzählte sie.

Das war mehrere Jahrzehnte her.

Nach einem späteren Eigentümerwechsel wurde der Garten offenbar immer weniger gepflegt.

Der Teich verschwand unter Pflanzen.

Laub fiel hinein.

Schlamm sammelte sich.

Efeu und andere Gewächse breiteten sich über die Steine aus.

Irgendwann konnte man von außen kaum noch erkennen, dass dort überhaupt etwas angelegt worden war.

Plötzlich wollten sie die Terrasse nicht mehr

Bis zu diesem Moment hatte Anna besonders auf die große Terrasse bestanden.

Der Plan sah eine weitgehend ebene Fläche mit einem Esstisch, einer Sitzecke und etwas Rasen vor.

Der alte Teich lag jedoch genau dort, wo ein Teil der neuen Terrasse entstehen sollte.

Technisch wäre die Lösung einfach gewesen.

Teich zuschütten.

Steine entfernen.

Fläche verdichten.

Terrasse darüber.

Doch nachdem Anna und Markus mehrere Tage damit verbracht hatten, die alte Anlage freizulegen, konnten sie sich mit diesem Gedanken nicht mehr anfreunden.

Unter all den Pflanzen war etwas erhalten geblieben, das dem Garten einen völlig eigenen Charakter geben konnte.

Sie änderten den Plan.

Die Terrasse sollte kleiner werden.

Der Teich dagegen sollte bleiben.

Mehr noch:

Sie wollten versuchen, ihn wieder in Betrieb zu nehmen.

Zuerst musste fast alles aus dem Becken heraus

Damit begann der schwierigste Teil.

Über Jahrzehnte hatte sich im Inneren eine enorme Menge Schlamm angesammelt.

Wurzeln waren zwischen die Steine gewachsen. Einige davon mussten vorsichtig entfernt werden, ohne die alte Einfassung zusätzlich zu beschädigen.

Das Wasser, das sich nach Regen im tiefsten Bereich sammelte, war dunkel und voller Blätter.

Mehrere Tage lang arbeiteten Anna und Markus gemeinsam mit Helfern daran, das Becken freizulegen.

Erst danach ließ sich der tatsächliche Zustand beurteilen.

Einige Steine hatten sich verschoben.

Andere waren erstaunlich stabil.

Auch der kleine Wasserfall war größtenteils noch vorhanden.

Die ursprüngliche Technik dagegen war nicht mehr zu retten.

Das alte Rohrsystem war beschädigt und eine funktionierende Pumpe existierte nicht mehr.

Die beiden entschieden sich deshalb gegen den Versuch, die historische Technik wiederzubeleben.

Stattdessen sollte moderne Technik möglichst unsichtbar in die alte Anlage integriert werden.

Sie wollten keinen perfekten neuen Teich

Bei der Gestaltung hätten Anna und Markus sämtliche alten Steine entfernen und alles komplett neu bauen können.

Doch genau das wollten sie vermeiden.

Die unregelmäßige Form gefiel ihnen.

Einige Steine waren dunkler als andere, manche hatten kleine Abplatzungen und an mehreren Stellen waren deutliche Altersspuren zu sehen.

Gerade diese Details machten die Anlage interessant.

Also wurde nur repariert, was tatsächlich repariert werden musste.

Die Einfassung wurde stabilisiert.

Das Becken erhielt eine zuverlässige Abdichtung.

Für den Wasserkreislauf installierten die Helfer eine neue Pumpe.

Der kleine steinerne Wasserfall wurde wieder so aufgebaut, dass das Wasser über mehrere alte Steine zurück in den Teich laufen konnte.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten war wieder zu erkennen, wie der Garten ursprünglich einmal gedacht gewesen sein könnte.

Danach wurde der gesamte Garten um den Fund herum geplant

Der Teich war nun nicht mehr ein Hindernis.

Er wurde zum Mittelpunkt des Projekts.

Anstatt eine einzige große, rechteckige Terrasse zu bauen, legten Anna und Markus kleinere gepflasterte Bereiche an.

In der Nähe des Hauses entstand Platz für einen Esstisch.

Auf der anderen Seite des Teiches wurde eine Sitzecke eingerichtet.

Dazwischen entstanden schmale Wege.

Ein Teil der vorhandenen Pflanzen blieb erhalten, andere wurden gezielt zurückgeschnitten.

Neue Stauden und niedrig wachsende Pflanzen sollten die Steinränder ergänzen, ohne sie wieder vollständig zu überwuchern.

Auch das kleine Gartenhaus wurde aufgearbeitet.

Die Fassade wurde gereinigt, die Türen überarbeitet und rund um den Eingang entstand eine kleine gepflasterte Fläche.

Schritt für Schritt verwandelte sich der Garten.

Aber er sah nicht aus wie ein komplett neues Grundstück.

Und genau das gefiel den Besitzern.

Der spannendste Moment kam ganz am Ende

Nachdem das Becken gereinigt, abgedichtet und die neue Technik installiert worden war, konnte endlich Wasser eingelassen werden.

Anna und Markus standen daneben und beobachteten, wie der Wasserstand langsam stieg.

Dann wurde die Pumpe eingeschaltet.

Zunächst passierte kaum etwas.

Wenige Sekunden später erschien oben zwischen den Steinen das erste Wasser.

Es lief über die alte Kante, sammelte sich kurz auf der nächsten Stufe und fiel schließlich in den Teich.

Der kleine Wasserfall funktionierte wieder.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war diese Stelle unter Efeu, Erde und Wurzeln verborgen gewesen.

Jetzt plätscherte dort wieder Wasser.

Vom ursprünglichen Plan blieb am Ende kaum etwas übrig

Als Anna später die ersten Fotos vom Kauf des Hauses betrachtete, konnte sie kaum glauben, dass es sich um denselben Garten handelte.

Auf den alten Aufnahmen war der Boden fast vollständig von Pflanzen bedeckt.

Vom Teich konnte man praktisch nichts erkennen.

Auf den neuen Bildern war genau dieser Bereich der Mittelpunkt des Gartens.

Rund um das Wasser standen Pflanzen.

Daneben befand sich die neue Sitzecke.

Über einen Steinweg gelangte man zum Gartenhaus.

Und dort, wo ursprünglich eine durchgehende Terrasse entstehen sollte, befand sich nun die Entdeckung, die den gesamten Umbau verändert hatte.

Anna sagte später, dass sie froh sei, den Bagger abgesagt zu haben.

Wäre er nur wenige Tage früher gekommen, hätte möglicherweise niemand bemerkt, was unter dem Bewuchs verborgen war.

Der alte Teich wäre wahrscheinlich entfernt oder einfach zugeschüttet worden.

Stattdessen wurde er zum wichtigsten Element des neuen Gartens.

Manchmal beginnt eine Renovierung mit einem klaren Plan.

Und manchmal reicht ein einziger Stein unter einer Schaufel, damit man diesen Plan komplett überdenkt.

Hinweis: Die Geschichte und die begleitenden Bilder stellen eine rekonstruierte Vorher-Nachher-Szene dar und dienen der Veranschaulichung einer möglichen Gartenrestaurierung.

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